Der Mesenberg ist ein beeindruckender, tümpelreicher Waldkomplex, der mit seiner Vielfalt an Lebensräumen begeistert. Im Westen des Gebiets finden sich feuchte Wälder und Grünlandflächen, während im Osten von Bachauen durchzogenes Ackerland dominieren.
Der westliche Mesenberg zeichnet sich durch ein einzigartiges Mosaik aus tümpel- und altholzreichen Laub- und Nadelwäldern, Ginsterheiden, ehemaligen Schafweiden, Streuobstwiesen, offenen Rohböden, Hochstaudenfluren und Feuchtwiesen aus. Die ehemalige militärische Nutzung als Truppenübungsplatz hat die Entwicklung dieser unterschiedlichen Lebensräume begünstigt und schafft so ideale Bedingungen für viele seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Hier finden sich Amphibien wie die Geburtshelferkröte, Kreuzkröte, Bergmolch und Fadenmolch, ebenso wie Schmetterlinge wie der Braune Feuerfalter und der Rotklee-Bläuling. Besonders bemerkenswert ist auch der vom Aussterben bedrohte Blattfußkrebs Branchipus schaefferi, der hier beheimatet ist. Pflanzen wie der Rauhe Hahnenfuß und das Große Zweiblatt bereichern das Gebiet zusätzlich.
Fakten
- Größe: 205 ha
- Gebiet: südwestlich und südöstlich der Stadt Wittlich
- Landkreise und kreisfreie Städte: Bernkastel-Wittlich
- Verbandsgemeinden und verbandsfreie Gemeinden: Bernkastel-Kues, Wittlich, Wittlich-Land
Abwechslungsreiches Lebensraummosaik
Ein weiteres Highlight des Mesenbergs ist das Vorkommen der Gelbbauchunke, die auf temporäre Gewässer in Waldnähe angewiesen ist und hier ihre nördliche Verbreitungsgrenze sowie einen ihrer Verbreitungsschwerpunkte in Rheinland-Pfalz hat. In den Altholzinseln des Waldes lebt auch der majestätische Hirschkäfer, eine besonders faszinierende Art.
Im Osten des Gebiets erstreckt sich eine Ackerflur südöstlich des Ortes Wengerohr, die von einer Bachaue durchzogen wird. Die Landschaft der Wittlicher Senke, in der die Salm, Lieser und Alfbach fließen, ist von landwirtschaftlich genutzten Flächen geprägt, darunter weite Äcker und Grünlandflächen. Besonders bedeutend ist die Fläche aufgrund des Vorkommens der Dicken Trespe (Bromus grossus), einer Pflanze, die vorzugsweise in Getreidefeldern wächst. In Deutschland ist diese Pflanze außer in Rheinland-Pfalz nur noch in Bayern und Baden-Württemberg nachgewiesen.
Der Mesenberg bietet mit seiner beeindruckenden Artenvielfalt und den vielfältigen Lebensräumen ein ideales Ziel für Naturfreunde und Wanderer, die die unberührte Schönheit der Region entdecken möchten.
Steckbrief zum FFH-Gebiet
6007-301 - Mesenberg und Ackerflur bei Wittlich | Fauna-Flora-Habitat-Gebiete in RLP
Lebensraumtypen (Anhang I)
- 3150 Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions
- 3260 Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion
- 6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis)
- 9110 Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum)
* = Prioritärer Lebensraumtyp
Arten (Anhang II)
Amphibien
- Gelbbauchunke (Bombina variegata)
Käfer
- Hirschkäfer (Lucanus cervus)
Pflanzen
- Dicke Trespe (Bromus grossus)