Hummel auf Energiepflanze

Der Naturpark und UNESCO Global Geopark Vulkaneifel ist seit Ende 2016 Teil eines Projektes, welches die Themen Klimaschutz und Biodiversität zusammenbringt. Es geht darum, durch Klimaschutzmaßnahmen sowohl CO2-Emissionen zu reduzieren und auch einen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität zu leisten.

Das Projekt LIFE-IP ZENAPA zielt auf die CO2e-Neutralität von GroßSchutzGebieten (GSG) ab. Unter diesem Begriff werden Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks zusammengefasst. Gemeinsam mit 15 Partnern aus Deutschland und Luxemburg wird das IfaS in der achtjährigen Projektzeit dieses Ziel verfolgen.

Zusammenwirken von Klima-, Natur- und Artenschutz

LIFE-IP ZENAPA wird einerseits einen Beitrag zum Klima-, Natur- und Artenschutz – durch die Ergreifung von konkreten, klimaentlastenden Maßnahmen leisten – und anderseits belegen, dass sich Schutzziele nicht widersprechen, sondern vielmehr ergänzen und sich kooperativ erreichen lassen. Wesentliche Vorgabe und Ziel ist die Umsetzung der nationalen und europaweiten Klimaschutzziele (CAP 2020 und CPP 2050), unter Berücksichtigung der nationalen und europäischen Biodiversitäts- und Bioökonomiestrategie.

Aus dem Projekt heraus soll ein Informations- und Kompetenznetzwerk – zum Erfahrungsaustausch und gegenseitigen Lernen – entstehen. Darüber hinaus ist die Schaffung von Kooperationen unter den Partnern anzustreben, um gemeinsam Projektideen zu entwickeln und umzusetzen. Als weitere Projektverstetigung sollen, mithilfe einer öffentlichkeitswirksamen Berichterstattung und Informationsbereitstellung, Nachahmungseffekte in projektübergreifenden Regionen ausgelöst werden, um auf diese Weise auch nach Projektende einen weiteren Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele der EU und des Bundes leisten zu können.

Zur Durchführung des Vorhabens steht ein Gesamtbudget von rund 17 Millionen € über die Projektlaufzeit von 8 Jahren zur Verfügung, wovon rund 8 Millionen € aus Mitteln des LIFE-Programms der Europäischen Union gefördert werden. Die übrige Summe wird durch die Projektleitung und die beteiligten Partner getragen sowie von Ko-Finanzierungsgebern (Berliner Senat, KSB AG, OIE AG und Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz) aufgebracht.

Neben den grundlegenden Maßnahmen, die im Rahmen des Projektes umgesetzt werden, sieht LIFE-IP ZENAPA ferner vor, weitere Projekte im Sinne der gesetzten Projektziele anzustoßen. Für diese so genannten „Komplementärprojekte“ bestehen bereits avisierte Fördermöglichkeiten im dreistelligen Millionenbereich.

Ziele für die Vulkaneifel

Die im Rahmen von ZENAPA im Natur- und Geopark angedachten Themenfelder sind vielfältig: Von nachhaltiger Beschaffung, erneuerbarer Wärme- und Stromerzeugung über die Etablierung alternativer Energiepflanzen und Kinderklimaschutzkonferenzen bis hin zu der Errichtung eines Mobilitätszentrums oder der Erstellung von Quartierskonzepten sind eine Vielzahl von Maßnahmen dabei.     

Klimaschutzkonzept für den Natur- und Geopark und Quartierskonzepte für 10 Ortsgemeinden

Für den Naturpark und UNESCO Global Geopark wurde ein Klimaschutzkonzep erstellt, das durch innovatives Management die lokalen Ressourcen nutzbar machen und damit einen regionalen Mehrwert schaffen will. Ein weiteres zentrales Element des Projektes sind die zu erstellenden Quartierskonzepte für ausgewählte Ortsgemeinden. Mit dem integrierten Quartierskonzept werden die möglichen Potenziale einer CO2-Einsparung, einer erhöhten Energieeffizienz und einer Verringerung des Primär- und Endenergiebedarfs ermittelt. Zur Realisierung der Potenziale werden konkrete und umsetzbare Maßnahmen (beispielsweise: Straßenbeleuchtung (LED), Zukunftsfähige Mobilität (Elektro-Bürgerauto, E-Car-Sharing-Pool), Nahwärme- und Objektwärmenetze (Biogas/Holzhackschnitzel/Solarthermie), Biomassehof, Photovoltaik für öffentliche Gebäude, private Haushalte sowie Gewerbe/Handel/Dienstleistung ggf. in Kombination mit Speichertechnologien) aufgezeigt.


In insgesamt 10 Gemeinden sollen die Quartierskonzepte Maß­nahmen, mit denen die Energieeffizienz im Quartier erhöht werden kann, gefördert werden. Dazu wird zunächst analysiert wer die größten Energie­verbraucher im Quartier sind, wo die Potenziale für Energieeinsparung und -effizienz liegen und wie die Gesamtenergie­bilanz des Quartiers nach der Sanierung aussehen soll. In Workshops wird dann gemeinsam mit den Bewohnern vor Ort ein Konzept erstellt, das die Gegebenheiten in der Gemeinde optimieren soll.
Weitere Beispiele der im Rahmen des Projektes anvisierten Maßnahmen sind:

  • Umrüstung auf LED-Beleuchtung
    Ein Austausch herkömmlicher Beleuchtungsmittel mit LED-Beleuchtung hat ökonomische und ökologische Vorteile. Nicht nur Energieverbrauch und Wartungsaufwand werden verringert, sondern auch Fauna und Flora werden durch eine geringere Lichtverschmutzung geschützt. Dies wurde vielerorts in Form einer Erneuerung der Straßenbeleuchtung oder im Rahmen der Umrüstung von Flutlicht-Anlagen durchgeführt.

  • Effizienzsteigerung von Biogasanlagen
    Ein Landwirt der Region erreicht mit einer Kavitationsanlage eine erhebliche Effizienzsteigerung seiner Biogasanlage. In der Anlage werden Entstehung, Wachstum und Zerfall von Gasblasen im Biogassubstrat gefördert, sodass den Mikroorganismen eine höhere Angriffsfläche zur Verfügung steht. So kann aus derselben Menge Substrat merklich mehr und schneller Biogas erzeugt werden. Eine zusätzliche Nutzung alternativer Energiepflanzen kann außerdem eine bessere Anbauvielfalt und positive Effekte wie z.B. Erosionsschutz erzielen.

  • Betriebliches Mobilitätsmanagement
    In ländlichen Regionen nimmt der motorisierte Individualverkehr einen Großteil des Modal Splits an. Um die Nutzung nachhaltiger Mobilitätsformen zu ermöglichen, wurde in der Kreisverwaltung ein pilot- und vorbildhaftes Mobilitätsmanagement gefördert. Die Schaffung einer Infrastruktur für E-Bikes und die Installation zweier Ladepunkte für E-Autos vereinfacht den Mitarbeitern den Mobilitäts-Umstieg. Die Bürger können von einer öffentlichen Ladesäule auch im Rahmen des E-Car-Sharings profitieren.

Um die Thematik der Mobilität im ländlichen Raum zu analysieren soll außerdem ein Mobilitätszentrum errichtet werden. Zentrales Ziel ist dabei der Wandel des Verkehrs in der Vulkaneifel hin zu einem ganzheitlichen, nachhaltigen und umwelt- und klimafreundlichen Mobilitätsansatz und die Etablierung des Landkreises Vulkaneifel als Modell- und Innovationsregion für innovative Antriebs- und Energiesysteme. Angedacht ist die Errichtung des Zentrums an der Berufsbildenden Schule (BBS) Vulkaneifel in Gerolstein. So haben die Schülerinnen und Schüler gleichzeitig die Möglichkeit, sich praxisnah mit diesen Zukunftsthemen auseinanderzusetzen und helfen so, die Akzeptanz für nachhaltige Mobilität langfristig in der Bevölkerung zu verankern.

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Kontakt:
Kreisverwaltung Vulkaneifel
Struktur- und Kreisentwicklung
Mainzer Straße 25
54550 Daun

Außenstelle: Freiherr-vom-Stein-Str. 15a

Laura Cramer
Telefon: (+49) 6592/ 933 - 294
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Weiterführende Informationen:

https://www.zenapa.de
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https://twitter.com/ZENAPAlife
https://youtu.be/F1h6U9QL4Tk

 

 

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