Der naturnahe Uessbach und seine Nebenbäche haben in diesem Gebiet tiefe Kerbtäler mit nur schmalen Auen und Ufersäumen in den Fels gegraben.
Der nordwestliche Arm des FFH-Gebietes Kondelwald und Nebentäler der Mosel erstreckt sich über das Uessbachtal in den Naturpark und UNESCO Global Geopark Vulkaneifel hinein. Der naturnahe und weitgehend unbelastete Uessbach und seine Nebenbäche haben tiefe Kerbtäler mit nur schmalen Auen und Ufersäumen in den Fels gegraben.
Unterschiedliche Habitate auf engem Raum
Trockenwälder, Gesteinshaldenwälder, Felsen, Felsheiden, Grünland, Feuchtwiesen, Quellfluren - mit den jeweils typischen Bewohnern machen diese Landschaft aus. Die Steilhänge sind bewaldet, Alt- und totholzreiche Buchen- und Eichen-Hainbuchenhochwälder bestimmen das Landschaftsbild und bieten vielfältigen Tierarten wie Schwarz- und Mittelspecht selten gewordene Rückzugsräume. Früher wurden die Steilwälder als Niederwald bewirtschaftet und bieten heute dem streng geschützten Haselhuhn gute Lebensbedingungen.
Fakten
- Größe: 9.185 ha
- Gebiet: um Bad Bertrich
- Landkreise und kreisfreie Städte: Bernkastel-Wittlich, Cochem-Zell, Vulkaneifel
- Verbandsgemeinden und verbandsfreie Gemeinden: Cochem-Land, Daun, Kröv-Bausendorf, Manderscheid, Ulmen, Zell (Mosel)
Paradies für Schmetterlinge
Der stark gefährdete Randring-Perlmutterfalter (Boloria eunomia) kommt auch am Uessbach vor - das Vorkommen dieser Falterart in der Eifel zählt zu den bedeutendsten in Mitteleuropa. Aber auch der Braunfleckige Perlmutterfalter (Boloria selene), Mädesüß-Perlmutterfalter (Brenthis ino) oder Lilagold-Feuerfalter (Lycaena hippothoe) fühlen sich in den vielfältigen Lebensräumen mit mageren Wiesen, Halbtrockenrasen, Waldrändern, Schlucht- und Hangwäldern äußerst wohl. Außerdem gibt es hier den Eisvogel, die Bechsteinfledermaus, das große Mausohr und die Gelbbauchunke.
Steckbrief zum FFH-Gebiet
5908-302 - Kondelwald und Nebentäler der Mosel | Fauna-Flora-Habitat-Gebiete in RLP
Lebensraumtypen (Anhang I)
- 3150 Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions
- 3260 Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion
- 4030 Trockene europäische Heiden
- 5110 Stabile xerotherme Formationen von Buxus sempervirens an Felsabhängen (Berberidion p.p.)
- *6230 Artenreiche montane Borstgrasrasen (und submontan auf dem europäischen Festland) auf Silikatböden
- 6430 Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe
- 6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis)
- 8150 Kieselhaltige Schutthalden der Berglagen Mitteleuropas
- 8220 Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation
- 8230 Silikatfelsen mit ihrer Pioniervegetation (Sedo-Scleranthion, Sedo albi-Veronicion dillenii)
- 8310 Nicht touristisch erschlossene Höhlen
- 9110 Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum)
- 9130 Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum)
- 9160 Subatlantischer oder mitteleuropäischer Stieleichenwald oder Eichen-Hainbuchenwald (Carpinion betuli)
- 9170 Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald (Galio-Carpinetum)
- *9180 Schlucht- und Hangmischwälder (Tilio-Acerion)
- *91E0 Auenwälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno padion, Alnion incanae, Salicion albae)
* = Prioritärer Lebensraumtyp
Arten (Anhang II)
- Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii)
- Großes Mausohr (Myotis myotis)