Eine neue Karte für den Naturpark und UNESCO Global Geopark Vulkaneifel

Hintergründe und Zusatzinformationen 

Die Vulkanologische Karte der Westeifel stellt die vulkanischen Strukturen des Westeifeler Vulkanfeldes (WEVF) auf Grundlage einer umfassenden wissenschaftlichen Neukartierung dar. Sie verbindet eine topografische Übersicht mit einer vulkanologischen Darstellung und ermöglicht damit die räumliche Einordnung der erfassten Vulkane und ihrer geologischen Zusammenhänge.Die Karte basiert auf der Auswertung vorhandener wissenschaftlicher Erkenntnisse und neuer Kartierungsergebnisse. Sie dokumentiert den aktuellen Kenntnisstand (Oktober 2026) zur Verbreitung und Vielfalt der vulkanischen Erscheinungsformen im Westeifeler Vulkanfeld und bietet unsere Grundlage für die wissenschaftliche Beschäftigung mit der vulkanischen Landschaft sowie für deren Vermittlung in Bildung und Geotourismus. Diese Seite ergänzt die gedruckte Karte um weiterführende Informationen zum Forschungsprojekt, zu den verwendeten Methoden und Datengrundlagen sowie zu den wissenschaftlichen Quellen. Die Karte deckt erstmals den gesamten Bereich des Naturparks und UNESCO Global Geoparks Vulkaneifel ab. 


Das Forschungs- und Kartierungsprojekt

Anlass und Zielsetzung

Die vulkanische Landschaft der Westeifel zählt zu den bedeutenden Referenzgebieten der Maarforschung. Trotz einer mehr als 200-jährigen Forschungsgeschichte bestehen weiterhin Fragen zur Verbreitung, Gestalt und Entstehung einzelner vulkanischer Strukturen. Um den Kenntnisstand zu erweitern und die vorhandenen Kartierungen zu aktualisieren, initiierte und finanzierte der Naturpark und UNESCO Global Geopark Vulkaneifel ein mehrjähriges Forschungsprojekt zur Neukartierung des Westeifeler Vulkanfeldes. Unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Georg Büchel wurden bestehende geologische Informationen überprüft, neue Geländebefunde ausgewertet und bislang nicht oder nicht eindeutig erfasste vulkanische Strukturen untersucht.

Ziel war es, die Zahl und Verteilung der bekannten vulkanischen Strukturen systematisch zu überprüfen, ihre geologischen Merkmale zu dokumentieren und die Ergebnisse in eine aktuelle vulkanologische Karte zu überführen. Zudem war vormals das Gebiet des Natur- und Geoparks Vulkaneifel nicht vollumfänglich kartiert. 

Projektzeitraum und Zusammenarbeit

Das Kartierungsprojekt wurde durch den Naturpark und UNESCO Global Geopark Vulkaneifel mit Mittel Naturparks aus der Förderung des Landes Rheinland-Pfalz finanziert und unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Georg Büchel von der Friedrich-Schiller-Universität Jena durchgeführt. An der wissenschaftlichen Bearbeitung waren außerdem unter anderen Prof. Dr. Volker Lorenz und Prof. Dr. Michael Ort beteiligt.

Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Kartierung bildeten die Grundlage für die anschließende kartografische Aufbereitung. Jane Stelzer, Uni Jena, übernahm die GIS-gestützte Verarbeitung und zeichnerische Ausarbeitung der vulkanologischen Karte. Die weitere grafische Gestaltung und Reinzeichnung erfolgte in Zusammenarbeit mit dem beauftragten Grafikbüro CUBE Werbung, Volker Teuschler.

Die Verbindung von geowissenschaftlicher Forschung, kartografischer Bearbeitung und regionaler Wissensvermittlung ermöglicht es, die Forschungsergebnisse in einer fachlich fundierten und zugleich öffentlich zugänglichen Form bereitzustellen. 

Methodik der Kartierung

Auswertung vorhandener geologischer Informationen

Zu Beginn der Kartierung wurden vorhandene geologische Karten, wissenschaftliche Veröffentlichungen und weitere verfügbare Informationen zum Westeifeler Vulkanfeld (WEVF) ausgewertet. Die bestehenden Kenntnisse dienten als Ausgangspunkt für die Überprüfung bereits dokumentierter Strukturen und die gezielte Untersuchung von Bereichen, in denen weitere vulkanische Formen vermutet wurden.

Dabei wurden die vorhandenen Informationen nicht lediglich übernommen, sondern im Rahmen der Neukartierung mit weiteren Befunden abgeglichen und hinsichtlich ihrer geologischen Interpretation überprüft.

Digitale Geländemodelle und Fernerkundung

Digitale Geländemodelle und hochauflösende Reliefinformationen ermöglichen es, auch schwach ausgeprägte Geländeformen und größere räumliche Zusammenhänge zu erkennen. Insbesondere in bewaldeten oder durch landwirtschaftliche Nutzung überprägten Gebieten können solche Daten Hinweise auf vulkanische Strukturen liefern, die im Gelände nur eingeschränkt sichtbar sind.

Im Kartierungsprojekt wurden digitale Geländedaten, darunter LiDAR-basierte Reliefinformationen, sowie weitere Fernerkundungsdaten zur Analyse der Geländeformen herangezogen. Drohnenaufnahmen und weitere räumliche Informationen ergänzten die Untersuchung dort, wo sie für die Erfassung und Interpretation der Strukturen hilfreich waren.

Geländekartierung und Aufschlussuntersuchungen

Die Interpretation digitaler Geländedaten wurde durch Geländearbeiten und die Untersuchung geeigneter geologischer Aufschlüsse ergänzt. Sichtbare Gesteine, Lagerungsverhältnisse und weitere Geländeindikatoren können Hinweise auf die Entstehung und Entwicklung vulkanischer Strukturen liefern. Die Kombination aus digitalen Analysen und Geländebefunden ermöglicht es, die morphologische Erscheinung einer Struktur mit ihren geologischen Eigenschaften abzugleichen und ihre Zuordnung zum Vulkanfeld zu überprüfen.

Geophysikalische Untersuchungen und ergänzende Daten

Ergänzend zu den morphologischen und geologischen Untersuchungen wurden geophysikalische Informationen erhoben. Hierzu gehören unter anderem geomagnetische Messungen und weitere geophysikalische Datensätze von früheren Forschungsarbeiten. Solche zerstörungsfreie Verfahren können Hinweise auf unter der Geländeoberfläche verborgene Strukturen liefern und damit die Interpretation ergänzen. Ihre Aussagekraft hängt jedoch von den jeweiligen Messbedingungen und der Beschaffenheit des Untergrundes ab.


Ergebnisse der Neukartierung

Anzahl und Vielfalt vulkanischer Strukturen

Die Neukartierung hat den bisherigen Kenntnisstand zur Anzahl der vulkanischen Strukturen im Westeifeler Vulkanfeld (WEVF) wesentlich erweitert. Besonders hervorzuheben ist der Nachweis von rund 30 zuvor nicht bekannten beziehungsweise nicht als Maare erkannten Strukturen. Dadurch erhöhte sich die zuvor dokumentierte Zahl von etwa 77 Maaren auf als 103. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die vulkanische Landschaft der Westeifel deutlich komplexer ist, als es frühere Kartierungen erkennen ließen. Neben Maaren umfasst das Vulkanfeld zahlreiche Schlackenkegel sowie Tuffringe, Schlackenkegel mit initialer Maarphase und Phreatisch-strombolianische Vulkane - es werden also nun fünf Vulkantypen unterschieden. Die räumliche Darstellung ermöglicht es, ihre Verteilung innerhalb des Westeifeler Vulkanfeldes zu erfassen und Zusammenhänge zwischen einzelnen Strukturen zu untersuchen.

Bedeutung für Forschung und Vermittlung

Die Ergebnisse der Neukartierung schaffen eine verbesserte Grundlage für die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Entstehung und Entwicklung des Westeifeler Vulkanfeldes. Sie können dazu beitragen, räumliche Verteilungsmuster zu untersuchen, bisherige geologische Interpretationen zu überprüfen und Fragestellungen für zukünftige Forschungsarbeiten abzuleiten.

Zugleich stellt die Karte eine Grundlage für die geowissenschaftliche Bildungsarbeit und die Vermittlung des vulkanischen Naturerbes dar. Sie macht die räumliche Dichte und Formenvielfalt des Vulkanfeldes sichtbar und ermöglicht eine differenzierte Betrachtung der Landschaft über einzelne bekannte Vulkane und Maare hinaus. Die heutige Landschaft ist das Ergebnis verschiedener vulkanischer Prozesse, der anschließenden Abtragung und der Überprägung durch weitere landschaftsformende Prozesse. So zeigt eine hohe Geodiversität auch eine sich darauf entwickelnde hohe Biodiversität, die in der Region als Hospot der Biologischen Vielfalt auf nationaler Ebene ausgezeichnet wurde. Das Landschaftsmosaik ist vielfältig und maßgeblich von der Geologie und dem Vulkanismus geprägt. 

Geologische Einordnung des Westeifeler Vulkanfeldes

Maare, Schlackenkegel und weitere Vulkanformen

Maare und Schlackenkegel unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Entstehung, ihrer morphologischen Erscheinung und der dabei abgelagerten vulkanischen Materialien. Maarvulkane entstehen häufig durch explosive Wechselwirkungen zwischen gasreicher Magma und Grundwasser. Schlackenkegel bilden sich dagegen überwiegend durch den Auswurf und die Ablagerung von groben pyroklastischen Materialien im Umfeld eines Förderschlots. Weitere Abgrenzungen und Beschreibungen in Mainzer Geow. Mitt. 

Abgrenzung des Untersuchungsgebietes

Die Karte behandelt das Westeifeler Vulkanfeld (WEVF). Es ist von der Osteifel als eigenständigem Vulkanfeld (EEVF) zu unterscheiden. Beide Gebiete gehören zum Eifelvulkanismus, weisen jedoch unterschiedliche vulkanologische Entwicklungen und charakteristische Ausprägungen auf. Ein weiteres Vulkanfeld der Eifel ist das Hocheifel Vulkanfeld (HEVF), es ist deutlich älter und zeigt eine andere chemische Zusammensetzung. Die Darstellung konzentriert sich auf die geologischen Strukturen innerhalb des festgelegten Untersuchungsgebietes des Naturparks und UNESCO Global Geoparks Vulkaneifel. Sie ist daher nicht als vollständige vulkanologische Übersicht der gesamten Eifel zu verstehen.

Kartengrundlagen und Datenquellen

Die topografische Kartenseite dient der räumlichen Orientierung und ermöglicht die Zuordnung der vulkanologischen Strukturen zu Orten, Landschaftsformen und weiteren geografischen Bezugspunkten. Sie ergänzt die geologische Darstellung und erleichtert die Nutzung der Karte sowohl im Gelände als auch bei der fachlichen Beschäftigung mit dem Vulkanfeld. 

Die verwendeten topografischen Geobasisdaten, ihre Herkunft und ihr Bearbeitungsstand werden nachfolgend dokumentiert.

Datenquellen der verwendeten Geodaten (Open Data): www.geoportal.de, www.geoportal.rlp.de, www.geoportal.nrw, ac.ngi.be Für die Geodaten gelten folgende Lizenzangaben: GeoBasis-DE / LVermGeoRP 2026, dl-de/by-2-0, www.lvermgeo.rlp.de, BKG 2026 dl-de/by-2-0.

Wissenschaftliche Bearbeitung: Georg Büchel (Universität Jena), Volker Lorenz (Universität Würzburg), Jane Stelzer (Universität Jena), Michael Ort und Nancy Riggs (State University Flagstaff, Arizona), Sabine Kummer (Natur- und Geopark Vulkaneifel)

Kartografische Bearbeitung: Jane Stelzer (Universität Jena) Volker Teuschler (CUBE Werbung GmbH) 

Copyright-/Lizenzangaben: Sämtliche geologische Einzeichnungen und Markierungen sind urheberrechtlich geschützt. Kopien, auch auszugsweise sind untersagt. Für das Gesamtwerk gilt: © Natur- und Geopark Vulkaneifel GmbH Kontakt & Website: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. · www.geopark-vulkaneifel.de

Impressum
Herausgeber: Naturpark und UNESCO Global Geopark Vulkaneifel
Verlag: Natur- und Geopark Vulkaneifel GmbH
ISBN: 978-3-00-088556-3
Titel: Vulkanologische Karte des Westeifel Vulkanfeldes
Erscheinungsjahr: 2026, 1. Auflage


Die vulkanologische Darstellung beruht auf der Zusammenführung wissenschaftlicher Veröffentlichungen, vorhandener geologischer Informationen, digitaler Geländedaten und der im Forschungsprojekt neu erfassten Befunde. Die dargestellten Strukturen wurden auf Grundlage der verfügbaren Informationen kartografisch aufbereitet und geologisch interpretiert. Die Karte bildet damit den dokumentierten Bearbeitungsstand zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung (Oktober 2026) ab.

Die räumlichen Daten wurden digital verarbeitet, strukturiert und für die kartografische Darstellung aufbereitet. Die GIS-gestützte Bearbeitung bildete eine Grundlage für die georeferenzierte Darstellung der Strukturen, welche eine Auflösung von 1:5.000 hat. Die abschließende Reinzeichnung und grafische Gestaltung überführten die wissenschaftlichen Daten in eine lesbare und für die Nutzung im Gelände geeignete Karte mit dem Maßstab 1:50.000.


Wissenschaftliche Quellen und Literatur

Die Karte basiert auf einer Vielzahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen und weiterer geologischer Informationsquellen. Das Literaturverzeichnis dokumentiert die für die Kartierung, die geologische Interpretation und die Erstellung der Karte verwendeten Publikationen.

 

Im Mai 2025 wurde die Entdeckung weiterer Maare in der Vulkaneifel und die damit verbundene Neukartierung öffentlich vorgestellt (Tagesschau, Mai 2025); die neue Karte wird in der Literatur als „Büchel, G., Lorenz, V., Stelzer, J., Mertes, H., Kummer, S., Schüller, A. (2025): Neue Vulkankarte des Westeifel-Vulkanfeldes" geführt. 

 

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