(Gillenfeld/Daun)Den Titel darf er schon tragen, nun hat er auch die Urkunde: Nach der Anerkennung des Natur- und Geoparks Vulkaneifel als Unesco-Geopark haben Vertreter des Auswärtigen Amts und der deutschen Unesco-Kommission das offizielle Dokument überreicht.

Die Vulkaneifel hätte sich an diesem besonderen Tag nicht besser präsentieren können. Herrlicher Sonnenschein über dem Pulvermaar bei Gillenfeld, eines der bekannten Augen der Eifel. Es ist als Schauplatz auserkoren worden für die Übergabe eines für die Region wichtigen Dokuments: die Urkunde, die ausweist, dass der Natur- und Geopark nun ganz offiziell als Unesco-Geopark anerkannt ist. Das Prädikat darf der Park schon seit November 2015 tragen, damals verliehen im Rahmen der Unesco-Vollversammlung in Paris.

An eine solche Auszeichnung dachte wohl noch niemand, als in den 1980er Jahren in der Vulkaneifel erkannt wurde, dass die Geologie nicht nur wissenschaftlich von Interesse ist, sondern auch ein Standbein des Tourismus sein könnte. Iradj Eschghi, der 1985 als Geologe in Hillesheim begann, war einer der Pioniere und hat es sich nicht nehmen lassen, zur Urkundenverleihung nach Gillenfeld zu kommen. Für den 77-Jährigen ist es "ein ganz besonderer Tag und Lohn der jahrzehntelangen Arbeit."Große Hoffnungen verknüpft der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Natur- und Geopark GmbH, Werner Klöckner, mit der Auszeichnung. "Der Name Unesco hat ein zu 100 Prozent positives Image und hat eine weitreichende Wirkung", sagt der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun. "Denn viele Menschen werden sich fragen: Was passiert da in der Vulkaneifel, wenn sich die Unesco damit befasst?" Aber es sei nicht nur die überregionale Bekanntheit, auch in der Region selbst werde die Zusammenarbeit verstärkt, beispielsweise mit Schulen (wie in Gillenfeld) und Kindertagesstätten (wie in Strohn).

Einmaliges Phänomen

Auch für die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) ist die Verleihung ein besonderer Tag. Die Verleihung des Unesco-Labels sei ein "Ritterschlag für die Region", das einmalige Phänomen des Vulkanismus erfahre so eine deutliche Aufwertung. Die Auszeichnung könne auch den Tourismus beflügeln, denn "es ist ein Prädikat, an dem sich viele bei der Urlaubsplanung orientieren." Für den Landrat des Kreises Vulkaneifel, Heinz-Peter Thiel, ist die Verleihung ein wichtiger Beitrag, die Vulkaneifel als "attraktive Lebenswelt" zu stärken.

Als Vertreter der deutschen Unesco-Kommission ist Vizepräsident Hartwig Lüdtke nach Gillenfeld gekommen. Zusammen mit dem Vertreter des Auswärtigen Amts in Berlin, Michael Reiffenstuel, übergibt er die Urkunde, die "ein neues Kapitel in der Geschichte des Natur- und Geoparks" darstelle. Viel Lob gibt es für Park-Geschäftsführer Andreas Schüller als "Motor" und "Triebfeder" auf dem Weg zur Unesco-Anerkennung. Aufgeregt ist er an diesem Tag nicht mehr, ganz anders im November 2015, als er angespannt auf ein positives Votum der Unesco-Vollversammlung wartete. "Ich freue mich sehr über die enorme Wertschätzung des Natur- und Geoparks, die heute in allen Beiträgen zu hören war. Das motiviert unser ganzes Team."

Nun gilt es, den Unesco-Park deutlich sichtbarer zu machen. So wird die Beschilderung auf den neuesten Stand - also mit dem Unesco-Logo - gebracht. "An 24 Standorten um das Geopark-Gebiet werden die Schilder aufgestellt. Hinzu kommen weitere an der A 1/48. Das gehen wir nun mit Nachdruck an", kündigt Schüller an.

Im Rahmen der Internationalen Tourismusbörse Berlin 2016 sprach die Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH mit Dr. Andreas Schüller vom Natur- und Geopark Vulkaneifel über die Anerkennung als UNESCO Global Geopark.



Dr. Andreas Schüller im Interview mit dem Tourismusnetzwerk Rheinland-Pfalz

Quelle: Tourismusnetzwerk Rheinland-Pfalz, Gastlandschaften Rheinland-Pfalz


Die UNESCO hat entschieden: Der Natur- und Geopark Vulkaneifel und fünf weitere Regionen in Deutschland erhalten die Anerkennung als UNESCO Global Geoparks. Mit der Bestätigung des „International Geoscience and Geopark Program“ durch die UNESCO Generalkonferenz hat der Natur- und Geopark Vulkaneifel nun eine internationale Anerkennungsstufe erreicht, die ihn auf die Ebene von Welterbestätten und Biosphärenreservaten hebt.

UNESCO-Geoparks haben einen besonderen Blick auf das erdgeschichtliche, natürliche und kulturelle Erbe einer Region. Sie machen Umweltbildung und tragen zur einer nachhaltigen Regionalentwicklung unter Mitwirkung vieler Akteure bei. Darüber hinaus dienen sie als Indentifikationsanker für das regionale Bewusstsein. Themen wie  Klimaveränderungen, Naturphänomene oder auch die nachhaltige Nutzung von Ressourcen werden beleuchtet. Hierbei stehen die Vulkaneifel und die deutschen Geoparks nicht alleine, insgesamt profitieren 120 Geoparkregionen weltweit von der Entscheidung in Paris. Die UNESCO würdigt damit auch die seit nunmehr über 15 Jahren fortwährende Arbeit, der in internationalen Netzwerken kooperierenden Geoparks. Künftig können sich weitere Regionen mit einem bedeutsamen geologischen Erbe aus der ganzen Welt bewerben, um als UNESCO-Global Geopark ausgezeichnet zu werden.

In Deutschland war die Vulkaneifel von Anfang an als Gründungsmitglied des Europäischen Geopark Netzwerkes bei der Weiterentwicklung der Geoparkidee mit dabei. Kurz darauf folgten die Geoparks Bergstraße-Odenwald, TerraVita Osnabrück, Harz.Braunschweiger Land.Ostfalen, Schwäbische Alb und Muskauer Faltenbogen.

Der von der UNESCO eingerichtete Programmstatus ist die höchste Auszeichnung, die die Weltgemeinschaft zu vergeben hat. Sie ist Bestätigung für die geleistete Arbeit in den Regionen und zugleich Aufforderung für die Weiterentwicklung der Geoparks – denn deren Qualität wird weiterhin in einem engen Raster von 4 Jahren international überprüft.

Die UNESCO hat einen derartigen Programmstatus bisher erst zweimalig verliehen. 1972 wurden die Welterbestätten ins Leben gerufen und 1976 folgten die Biosphärenreservate. Mit den UNESCO Global Geoparks gibt es jetzt drei UNESCO Gebietskategorien, die nun die großen Themen Kultur, Biodiversität und die Entstehung unseres Heimatplaneten Erde abdecken.

Hier geht es zur offiziellen Homepage der UNESCO Global Geoparks

 

On the way in the land of maars and volcanoes

Dramatic events including violent explosions and fire spewing forth from the depths of the earth have blown holes in the planet‘s surface and created mountains in the Vulkaneifel. Up until 10,000 years ago the volcanoes here still gave off smoke and most recently the Ulmen Maar was formed – Germany‘s youngest volcano. Volcanic activity hasn’t completely disappeared, it‘s just taking a little break, waiting patiently for the next eruption. Nevertheless the legacy has been impressive: some 350 small and large volcanoes, maars, lava flows and countless mineral and carbon dioxide springs. Yet the natural history of the Vulkaneifel offers even more: red sandstones, tropical reefs and powerful sea deposits tell of both peaceful and tumultuous times over the past 400 million years.



The Vulkaneifel has been named a European Geopark and has been recognized by the UNESCO organization. The Vulkaneifel is a region with particular beauty and significance. Together with our partners of the European and Global Geopark Network, our goal is to make regional natural wonders and phenomena accessible and to inspire new enthusiasm for a sometimes explosive landscape.

All senses are appealed to and all kinds of activities are put on display – savor, hike, mountain bike, research and discover – join us on a journey through the land of maars and volcanoes.