Schon mal hören, was es zu entdecken gibt.
 
In den aktuellen von der Corona-Pandemie bestimmten Zeiten müssen wir uns alle mit Einschränkungen arrangieren. Davon betroffen ist auch der Besuch von Anziehungspunkten in der Natur, wenn dort die Einhaltung der gebotenen Corona-bedingten Regelungen, inbesondere die Abstandsregelung, nicht mehr so einfach möglich ist.
 
Aber wie wär´s mit einem Hörerlebnis?  Lassen Sie sich von kurzen Naturreportagen einfangen und nutzen Sie diese als Vorbereitung für Ihren nächsten Vulkaneifelbesuch, sobald dies wieder problemfrei möglich ist.
 
Hörerlebnisse zu ausgewählten Vulkaneifel-Highlights finden Sie hier.

Wir stellen Ihnen Audiodateien zu einigen Standorten der Deutschen Vulkanstraße im Naturpark und UNESCO Global Geopark Vulkaneifel vor.
Weitere Infos und Anfahrtsbeschreibungen finden Sie unter https://www.deutsche-vulkanstrasse.com/de/


Arensberg: ausgehöhlter Vulkan

ArensbergZwei Vulkanausbrüche schufen einen Berg, wo vorher keiner war. Das erste Mal vor etwa 32 Millionen Jahren: Aufsteigendes Magma bahnt sich seinen Weg durch Schiefer-, Kalk- und Sandsteinschichten nach oben und reißt mit ungeheurer Kraft Gesteinsblöcke mit sich.

Mit großer Wucht werden die Bruchstücke aus dem Schlot geschleudert und vermischen sich mit dem Ascheauswurf. Bis heute sind an den Abbruchkanten im Steinbruch die helleren Gesteinsblöcke inmitten der dunkleren Aschenablagerungen sehr gut zu erkennen. In diese noch lockeren Ablagerungen dringt weiteres Magma aus dem Erdinneren nach oben und bildet eine birnenförmige Basaltkuppe.

Der zweite Ausbruch vor etwa 24 Millionen Jahren fällt deutlich ruhiger aus: Wieder steigt Magma auf und schiebt sich unter den erstarrten Basalt des ersten Ausbruchs. Früher war der Arensberg deutlich höher. Während an den alten Aschenablagerungen des ersten Ausbruchs die Jahrmillionen zehrten, waren es dann im 19. Jahrhundert die Menschen, die dem Berg seinen Gipfel nahmen. So musste auch die Ruine einer mittelalterlichen Kirche dem Basaltsteinbruch weichen. An sie erinnert heute die kleine Kapelle am Wegesrand. Nach und nach drang man immer tiefer in den Berg vor und folgte dem Schlot in die Tiefe. Heute bietet sich im alten Steinbruch ein beeindruckender Blick in das Innere eines erloschenen Vulkans.

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Immerath


Herzlich Willkommen im Naturschutzgebiet Immerather Maar! 

Auf 66 Hektar können Sie hier entdecken, dass es bei Vulkanen um mehr als um Lava geht. Mit Wall, Hängen, Ufersaum und Gewässer bietet das Maar vielfältige Lebensräume für eine wertvolle Pflanzen- und Tierwelt. Ein drei Kilometer langer Rundweg zeigt Ihnen die grünen Seiten des Vulkans. Folgen Sie dem Weg hinab in den Kessel zunächst durch den Rotbuchenwald, der auf dem vulkanischen Untergrund gute Wuchsbedingungen findet.

Am Osthang des Maars wachsen Schlehen und Ginsterbüsche. Unten liegt das wassergefüllte Halbrund des ursprünglich kreisförmigen Sees. Um Land zu gewinnen, legte man im 18. Jahrhundert das Maar trocken. Später verfiel der Abflussgraben, sodass sich das Wasser wieder aufstauen konnte.

Heute bilden Ufersaum, Flachmoor und Wiese wertvolle Rückzugsräume. Im Ufergebüsch stehen Weiden und Heckenrosen, im feuchteren Röhricht nehmen Rohrkolben und Teich-Schachtelhalm den ursprünglichen Seeboden mehr und mehr ein. Auch seltene Vögel, Frösche, Libellen und Schmetterlinge haben im grünen Vulkan eine Heimat gefunden.


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Mühlsteinhöhle Rother Kopf: schwer geschuftet
Rother EishöhlenEin Vulkan bricht aus. Glühende Lavatropfen schleudern aus dem Schlot und fallen auf weitere Lavafetzen, die bei den vorangegangenen Ausbrüchen bereits ausgespuckt wurden.

Die vielen Lavafetzen verschmelzen miteinander und erkalten. Dies ist die Geburtsstunde der Basaltschlackenbänke, aus denen  Jahrtausende später die Menschen ihren Nutzen ziehen. Denn das blasenreiche, poröse Gestein eignet sich hervorragend als Mühlstein, da sich durch den ständigen Abrieb immer neue Poren öffnen, die den Stein scharf halten. Im 13. Jahrhundert beginnt man hier am Rother Kopf mit dem Abbau, der mit den damaligen Werkzeugen gar nicht so einfach ist.

Die Arbeiter müssen die Mühlsteine meist über dem Kopf aus der Felswand schlagen. Zwischen Rohform und Wand wird rundum gleichmäßig eine immer tiefere Nut eingehauen. Wenn der Stein nur noch durch kleine Stege mit der Wand verbunden ist, werden Holzkeile in die Zwischenräume geschoben. Diese quellen durch Wässerung auf, sprengen die letzten Verbindungen und der Mühlstein löst sich aus der Wand.

TIPP: Die Erkundung der Höhlen ist auf eigene Gefahr möglich. Bitte denken Sie an eine starke Taschenlampe und achten Sie auf Überhänge in Kopfhöhe

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Ulmen: junger Heißsporn
Ulmener MaarDas Ulmener Maar ist mit seinen 10.900 Jahren der jüngste Vulkan Deutschlands. 

Betrachtet man die gesamte Erdgeschichte als Zeitraum von 24 Stunden, so ist erst ein Augenblick vergangen, seitdem hier glühend heißes Magma aus einer Tiefe von etwa 60 Kilometern aufstieg. Was sich zunächst langsam und träge seinen Weg bahnt, wird urplötzlich hochexplosiv! Sobald das Magma aus dem Erdinneren auf Grundwasser trifft, kommt es zu äußerst heftigen Explosionen, bei denen das Wasser schlagartig verdampft.

Die extremen Druckwellen dieser Explosionen zerrütten das umgebende Gestein, welches entlang des Explosionsschlotes ausgeworfen wird und an der Oberfläche einen ringförmigen Wall aus vulkanischen Lockergesteinen (Tephra) auftürmt.

In den in der Tiefe freigesprengten Hohlraum brechen die darüber lagernden Gesteinsschichten ein und der typische Maartrichter entsteht. Als sich die Situation beruhigt beginnt die Füllung des Kraters durch Niederschlags- und Grundwasser. Es bildet sich ein Maarsee. Charakteristisch für Maare ist, dass sie stets in die Landoberfläche eingesenkte Hohlformen darstellen. Jenseits der Kirche, wenige Meter entfernt von hier, sind die Schichten der beim Ausbruch ausgeworfenen Gesteine gut zu erkennen.

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Wallenborn

Brubbel in WallenbornDer „Wallende Born“ entstand im Jahre 1933 zufällig während Erdarbeiten.

Bei einer Bohrung, man wollte die unterirdischen Kohlensäurevorkommen wirtschaftlich nutzen, stießen die Arbeiter auf einen mit Gas gefüllten Hohlraum. Seitdem strömt das Gas unter Mitreißen von Wasser unter hohem Druck an die Oberfläche.

Dies führt jede halbe Stunde zum Ausbruch des Geysirs. Nachdem man sich im Laufe der Jahrzehnte nur wenig um den Geysir kümmerte, wurde vor einigen Jahren die völlige Neugestaltung der Anlage beschlossen.

Die Einfassung des Geysirs mit Betonschachtringen aus den 1970er Jahren wurde entfernt und man entschied sich zur ungehinderten Entfesselung der Naturgewalt.

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Weinfeld
Weinfelder und Schalkenmehrener MaarDie ehemalige Pfarrkirche von Weinfeld ist die landschaftsprägende Kirche des an der Pest im 16. Jahrhundert untergegangenen gleichnamigen Dorfes.

Der niedrige Westturm und der quadratische kreuzrippengewölbte Chor aus dem 14 Jh. sind gotisch, das zweiachsige flachgedeckte Schiff stammt aus 1723. Am Westrand des Maarkegels treten Schlacken- und Devonschiefer zutage.
Das Schalkenmehrener Maar war ursprünglich ein Doppelmaar und wurde benannt nach dem am Südufer gelegenen Dorf Schalkenmehren. Der verlandete östliche Teil des Maares hat Flachmoorvegetation.


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Windsborn
Fenster in die Erdgeschichte am Windsborn KraterseeEin paar Schritte hinauf und Sie werden eine absolute geologische Besonderheit in der Vulkaneifel zu sehen bekommen.

Der Windsborn-Schlackenkegel ist der einzige wassergefüllte Vulkankrater nördlich der Alpen! Und nicht nur das – aufgrund seiner besonderen Situation ist er Heimat ausgesprochen seltener Pflanzen. Im Gegensatz zu anderen Gewässern wird der Kratersee am Gipfel des Vulkans nicht durch Grundwasser gespeist, das sich mit Mineralien aus dem Boden anreichern kann. Sondern die Wasser- und Nährstoffversorgung erfolgt einzig durch den Niederschlag. Dadurch ist der See sehr nährstoff- und sauerstoffarm. Was zunächst nach einem Mangel klingen mag, ist für bestimmte Pflanzen allerdings ein Paradies. Der weiß blühende Fieberklee liebt die Randzonen des Sees und steht im Mai/Juni in beeindruckender Blüte.

Dem schließt sich im Juni/Juli das rot blühende Sumpfblutauge an. Gemeinsam mit Torfmoosen bilden sie mit ihren Ausläufertrieben einen weiten Teppich, der vom Ufer aus auf der Wasseroberfläche in den See hinauswächst. Auf lange Sicht wird der Kratersee verlanden und sich zu einem Hochmoor entwickeln.

TIPP: Die gesamte Mosenberg-Reihenvulkangruppe können Sie auf einem ca. drei Kilometer langen Rundweg erwandern, an dem Ihnen die Tafeln der Geo-Route Manderscheid weitere Informationen bieten.


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