Landrat Thiel überzeugt sich vor Ort in Rockeskyll vom Anbau der alternativen Energiepflanze.

Auf Einladung des Landwirtes René Blum, Niederbettingen (Blum-Biogas GmbH & Co. KG) und Herrn Frank Wagener des Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) konnte Herr Landrat Thiel sich vergangenen Montag gemeinsam mit Vertretern der Ortsgmeinde Rockeskyll sowie den Vertretern des Natur- und Geopark Vulkaneifel Dr. Andreas Schüller und Martin Krämer sowie Abteilungsleiter der Struktur- und Kreisentwicklung Dieter Schmitz vor Ort vom Anbau der Energieplanze „Durchwachsene Silphie“ als Alternative für den Anbau von Mais überzeugen.

Die „Durchwachsene Silphie“ ist eine aus Nordamerika stammende Präriepflanze deren Anbau im Rahmen des Projektes MUNTER in mehreren Feldexperimenten u.a. in Rockeskyll getestet wird.

Aufgrund der zahlreichen positiven Eigenschaften der Pflanze erhofft man sich mehrere Probleme, die z.B. der Maisanbau mit sich bringt, angehen zu können. Neben der Standfestigkeit der mehrjährigen Pflanze, bietet diese noch weitere Vorteile. So zeigt sich, dass diese Pflanze

  • Wasser in Vertiefungen an den Blättern zwischenspeichern kann (Becherpflanze),
  • eine hohe Attraktion für Insekten hat (in sehr hoher Frequenz am Abend!: Honigbiene, Hummel, Taubenschwänzchen),
  • zu einem Zeitpunkt Blüten und v.a. Nektar bietet, wo es in der Landschaft nur noch ein geringes Angebot dazu gibt: Vielfalt in Raum und Zeit und
  • für Wildschweine nur ein geringe Attraktion bietet (außer als Versteck).

Die Forscher erhoffen sich, dass trotz suboptimalem Start ca. 80% Ertrag von der Fläche kommen wird. (insbesondere wegen der Trockenheit). Ziel ist es in den nächsten drei Jahren sollten dann auch 100% im Vergleich zum Maisanbau erreicht werden können.

Landrat Thiel begrüßte ausdrücklich diese Kooperation und gerade vor dem Hintergrund der jüngsten Starkregenereignisse und der Ereignisse 2016 in Rockeskyll zeigt sich, dass hier alle Maßnahmen zur Vermeidung von Bodenerosion und zur Rückhaltung der immer stärker werdenden Niederschlagsmengen dringend erforderlich sind.
Die Vertreter zeigten sich überrascht von den  positiven Effekten dieses Anbaus dieser Energiepflanze für den Natur- und Artenschutz.

Das Projekt MUNTER, in dessen Rahmen der Anbau in Rockeskyll standfindet, ist ein Komplimentärprojekt des von der EU geförderten Klimaschutzprojektes ZENAPA. Der Natur und UNESCO Geopark und der Landkreis Vulkaneifel haben sich im Projekt ZENAPA mit anderen Großschutzgebieten zusammengeschlossen um nachweislich einen Beitrag zu Klima-, Natur- und Artenschutz zu leisten und zu belegen, dass sich diese Schutzziele nicht widersprechen und kooperativ erreicht werden können. Wesentliche Vorgabe und Ziel ist die Umsetzung der nationalen und europaweiten Klimaschutzziele (CAP 2020 und CPP 2050) unter Berücksichtigung der nationalen und europäischen Biodiversitäts- und Bioökonomiestrategien.