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Geotop des Jahres 2015: Palagonit-Tuff  vom Gyppenberg
Das besondere liegt manchmal verborgen. Genau darum geht es beim Geotop und Biotop des Jahres, welche vom Natur- und Geopark Vulkaneifel ausgelobt werden. Nachdem bereits im Juli die Wacholderheide Uesser Berg bei Kelberg als Biotop des Jahres gewürdigt wurde, stand vor wenigen Tagen der Palagonit-Tuff vom Gyppenberg bei Rockeskyll im Mittelpunkt.

 Neben den überaus bekannten und erdgeschichtlich bedeutenden Lokalitäten, wie die Gerolsteiner Dolomiten oder die Dauner Maare, gibt es in der Vulkaneifel auch viele geologische Kleinode, die es zu entdecken gilt. Hierzu gehört der Palagonit-Tuff vom Gyppenberg. Dr. Andreas Schüller, Geschäftsführer des Natur- und Geoparks Vulkaneifel, begrüßte an die 20 Teilnehmer zu einer Exkursion zum Geotop des Jahres 2015 und freute sich über das Interesse an dem besonderen Exkursionsangebot. Dr. Peter Bitschene, Leiter des Naturkundemuseums Gerolstein übernahm es, die Aufschlusspunkte zu erläutern und die Entstehung des Palagonits vom Gyppenberg fachmännisch herauszustellen. Die noch warmen vulkanischen Aschen und Lapilli, wie die gröberen vulkanischen Auswurfmassen bezeichnet werden, sind hier während der Ablagerung mit eiszeitlichen Schmelzwässern in Kontakt gekommen oder gar in ein kleines vormals vorhandes Gewässer gefallen. Aufsteigender Wasserdampf hat die Ablagerungen durchdrungen und setzte dabei einen Prozess von gleichzeitiger  Auflösung und Neubildung von Mineralien in Gang. Insbesondere Zeolithe, das sind Gerüstsilikate mit einem hohen Aufnahmevermögen für Schadstoffe, wurden neu gebildet. Dies war auch der Grund dafür, das Palagonit-Tuff für Filtermaterial in Gasmasken eingesetzt werden konnte. Aufgrund der feuerfesten Eigenschaft des Palagonits und seiner guten Bearbeitbarkeit wurde dieser zum Hausbau und  bevorzugt für den Bau von Backöfen verwendet. Heute ist dieses traditionelle und bewährte Baumaterial in Vergessenheit geraten und durch industriell erzeugte Baustoffe ersetzt worden.