Interner Bereich

   

 Steffeln. Im Rahmen der vom Natur- und Geopark Vulkaneifel veranstalteten Vortragsreihe „Vulkaneifel Akademie“ beleuchtete Professor Georg Büchel in seinem Vortrag im Bürgerhaus in Steffeln die Nutzungsmöglichkeiten von vulkanischen Ablagerungen. Rund 80 Zuhörer verfolgten den Vortrag und die anschließende rege Diskussion.

 Professor Georg Büchel leitet den Lehrstuhl für Angewandte Geologie am Institut für Geowissenschaften der Universität Jena. Mit der Vulkaneifel ist er bestens vertraut. Seit über drei Jahrzehnten arbeitet er in der Vulkaneifel und seine Forschungsarbeiten über die Erkundung von Maarvulkanen im Westeifeler Vulkanfeld sind Stand der Dinge. Als Geologe bekennt er sich zu Rohstoffprospektion und Abbau von Steinen-und-Erden-Material. Dies darf aber nicht ziellos geschehen, sondern es sind in einem Abwägungsprozess auch alle anderen Nutzungsmöglichkeiten von vulkanischen Ablagerungen mit zu berücksichtigen. Dabei kann dann beispielsweise die Eignung der vulkanischen Lockermaterialen als Grundwasserspeicher den Vorzug vor dem Abbau erhalten. Gegebenenfalls darf nur bis zu einem gewissen Umfang abgebaut werden bei dem eine Beeinträchtigung der Grundwassergewinnung ausgeschlossen bleibt. Generell sollten zukünftig die Überlegungen dahin gehen, die mineralischen Rohstoffe weniger als Massenware abzubauen sondern nach höherwertigen Verwendungsmöglichkeiten zu suchen. Eine „Verdelung“ des Lavasandes ist anzustreben, wobei mit kleineren Abbaumengen aber höherwertiger Nutzung eine mindestens gleich hohe Wertschöpfung erreicht werden kann. Hierbei sind Industrie und Materialforschung gleichermaßen gefordert.

Soll die Vulkaneifel für die touristische Nutzung weiterhin attraktiv bleiben, so ist auf ein harmonisches Landschaftsbild zu achten. Abbau ist einerseits mit Landschaftszerstörung verbunden. Andererseits haben sich stillgelegte Gruben zu besonderen Standorten für Flora und Fauna entwickelt und dadurch die Biodiversität der Vulkaneifel bereichert. Auch wenn das Naturempfinden individuell sehr unterschiedlich sein kann, so wird ein Zuviel an offenen Abbauflächen dem Naturerlebnis aber entgegenstehen.

Die Vulkaneifel als Region muss sich über die Wertigkeit ihrer heimischen Rohstoffe und Nutzungspotentiale der Landschaft bewusst werden. Fazit: Abbau nur dort zulassen, wo Nutzungskonflikte ausgeräumt werden können.

 Der Vortrag wird gefördert durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) im Rahmen des rheinland-pfälzischen Entwicklungsprogramms „Agrarwirtschaft, Umweltmaßnahmen, Landentwicklung“ (PAUL), Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten.