Interner Bereich

   

Mitarbeiter des Feriendorfes Pulvermaar widmen sich in einer ehrenamtlichen Aktion der Bekämpfung des Riesen-Bärenklaus (Herkulesstaude, Heracleum mantegazzianum)

Bei der Herkulesstaude handelt es sich um ein nicht-einheimisches Doldengewächs, das aus dem Kaukasus eingeschleppt ist und sich an feucht-warmen Stellen, besonders entlang von Bächen, ausbreitet. Durch ihren Riesenwuchs (die Pflanze kann bis 3 m hoch werden) ist sie eine auffällige Erscheinung in der Landschaft, insbesondere zur Zeit der Blüte im Juli, wenn die schneeweißen Blütenstände vor dunklerem Hintergrund sich leuchtend abheben. Von daher ist dieser Neophyt (= Neuling) in unserer Pflanzengemeinschaft zuerst als Bereicherung aufgefasst worden. Erst nachdem bekannter wurde, dass die Pflanze sog. Furanocumarine ausbildet und leicht überträgt, welche in Verbindung mit Sonnenlicht beim Menschen zu schmerzhaften Quaddeln und teils schwer heilenden Verbrennungserscheinungen führen können, wird die zunehmende Ausbreitung der Herkulesstaude als Problem und Bedrohung gewertet. Der Riesen-Bärenklau hat ein sehr hohes Vermehrungspotenzial, jede Pflanze kann bis zu 50.000 flug- und schwimmfähige Samen ausbilden. Zudem keimt die Pflanze bereits früh im Jahr und wächst sehr schnell so dass heimische Vegetation verdrängt werden kann.

 Viele Stellen in der Bundesrepublik bemühen sich aus diesen Gründen um eine Bekämpfung der Herkulesstaude, um einer weiteren Ausbreitung entgegen zu wirken. „Wir freuen uns, dass das Bewusstsein über den Riesen-Bärenklau in der Bevölkerung zunimmt, ebenso wie die Bereitschaft aktiv zu werden und der Ausbreitung des Neophyten entgegenzuwirken“, so Julia Franzen vom Natur- und Geopark Vulkaneifel. „Die Beseitigung des Riesen-Bärenklaus ist, nicht zuletzt durch dessen Phototoxizität, nicht ganz einfach“. Die Initiative des Geoparkgastgebers, der sich zuvor bei mehreren Stellen über die fachkundige Entfernung des Riesen-Bärenklaus erkundigt hat, wird daher sehr begrüßt. Zukünftig soll auch eine Neophytenallianz gebildet werden die mit lokalen Akteuren, nicht nur aus dem Bereich Naturschutz, gegen Neophyten vorgehen möchte. Der Fokus wird dabei neben der Herkulesstaude auf dem japanischen Staudenknöterich und dem drüsigen Springkraut liegen.

An drei Stellen waren die Mitarbeiter des Feriendorfes Pulvermaar gegen den Riesen-Bärenklau aktiv. Dabei wurden sowohl Einzelexemplare als auch eine Kolonie bearbeitet; die Blütenstände wurden abgesägt und der Samen beseitigt. Der Größe der Pflanzen wegen ist eine Vernichtung aller Pflanzenteile schwierig und auch nicht zwingend nötig. Da die Pflanze nach dem Blütenstand abstirbt, ist es das erste Ziel, den vorhandenen Samen zu sichern, um dessen Ausbreitung zu verhindern. Dafür war der Zeitpunkt gut gewählt, weil der Samen derzeit noch grün/unreif ist und die Dolden sich relativ einfach abschneiden lassen. Der gesammelte Samen wurde in dichten Behältern abtransportiert und an anderer Stelle kontrolliert verbrannt. Der von der Staude bei starkem Sonnenlicht ausgehenden Reizgefahr für die menschliche Haut wegen wurde für die Bekämpfungsaktion ein trüb-kühler Tag ausgesucht. Deckende Bekleidung, Handschuhe, festes Schuhwerk gehörten zur Pflichtausstattung. Es wurden auch keinerlei Reizerscheinungen oder andere gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei den teilnehmenden Personen festgestellt.

Das zweite Ziel, die erst einjährigen Pflanzen zu erfassen, ist viel schwerer zu erreichen. Denn hat sich erst einmal eine Kolonie gebildet, sind die blütentragenden älteren Stauden meist von vielen einjährigen umgeben. All' diese per Hacke zu erwischen, ist nicht einfach und dann auch eine mühsam-schweißtreibende Angelegenheit. „Wir haben uns darauf eingestellt, unsere Aktion gegen die größere Kolonie im nächsten Jahre fortführen zu müssen, da wir sicherlich nicht alle einjährigen Triebe abhacken konnten“ so Dr. Frank G. Fetten vom Feriendorf Pulvermaar in Gillenfeld, Initiator der Aktion.

Teilnehmer (Mitarbeiter des Feriendorfes): Helmut Jax (Winkel), Manuel Groschwald (Lutzerath), und Praktikant des Feriendorfes Jin-Uk Kim aus Korea